Warum sind RAM, CPU- und SSD-Preise so stark gestiegen?

Viele Unternehmen & Endverbraucher stellen aktuell fest, dass Arbeitsspeicher (RAM), CPUs und SSDs deutlich teurer geworden sind als noch vor einiger Zeit. Das betrifft sowohl Arbeitsplatzrechner, Notebooks als auch Server- und Storage-Systeme. Die Ursachen dafür sind vielschichtig – und der aktuelle KI-Boom spielt dabei eine wesentliche Rolle.

1. Gedrosselte Produktion bei Speicherherstellern

In den vergangenen Jahren waren RAM und SSDs sehr günstig verfügbar. Für viele Hersteller war diese Phase jedoch wirtschaftlich nicht tragbar. Als Reaktion wurde die Produktion gezielt reduziert, um Lagerbestände abzubauen und die Preise zu stabilisieren. Weniger Angebot führt zwangsläufig zu höheren Marktpreisen.

2. Stark steigende Nachfrage durch KI und Rechenzentren

Ein entscheidender Preistreiber ist der weltweite Ausbau von KI-Infrastrukturen. Moderne KI- und Analyse-Systeme benötigen:

  • sehr große RAM-Kapazitäten
  • extrem schnelle NVMe-SSDs
  • leistungsfähige Server-Plattformen

Große Rechenzentren kaufen diese Komponenten in enormen Stückzahlen ein, was den Markt zusätzlich verknappt.

3. Fertigungskapazitäten werden für KI-Chips priorisiert

Ein Teil der Halbleiter- und Speicherproduktion wird aktuell verstärkt für KI-Chips, GPUs und Enterprise-Hardware genutzt. Hersteller fokussieren sich dabei auf besonders margenstarke High-End-Produkte. Klassischer Standard-RAM und herkömmliche SSDs sind dadurch schlechter verfügbar und steigen im Preis.

4. Technologiewechsel auf DDR5 und moderne SSD-Standards

Der Umstieg auf DDR5 sowie PCIe-4- und PCIe-5-SSDs erhöht die Produktionskosten deutlich. Gleichzeitig verschwinden ältere Standards schrittweise vom Markt, was die Auswahl einschränkt und die Preise zusätzlich nach oben treibt.

5. Steigende Kosten entlang der Lieferkette

Neben Angebot und Nachfrage spielen auch externe Faktoren eine Rolle:

  • höhere Energiepreise
  • gestiegene Lohn- und Transportkosten
  • geopolitische Unsicherheiten in der Halbleiterindustrie

Diese Kosten werden am Ende an Kunden weitergegeben.

Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

Kurzfristig ist nicht mit sinkenden Preisen zu rechnen. Daher empfiehlt sich:

  • Hardware-Projekte frühzeitig zu planen
  • RAM- und SSD-Bedarf realistisch zu kalkulieren
  • Systeme sinnvoll zu dimensionieren statt später teuer nachzurüsten

Gerade bei Server- und Business-Hardware lassen sich durch gute Planung unnötige Mehrkosten vermeiden.

Fazit

Die gestiegenen Preise für RAM und SSDs sind das Ergebnis aus reduzierter Produktion, hoher Nachfrage durch KI-Projekte, neuen Technologien und steigenden Herstellungskosten. Wer aktuell investieren muss, sollte strategisch vorgehen und auf professionelle Beratung setzen.

Noerr IT Solutions unterstützt Sie gerne bei der Planung, Auswahl und Beschaffung Ihrer Hardware – praxisnah, transparent und zuverlässig.

Foto von Behnam Norouzi auf Unsplash

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